Mit 136 Zentimetern war der Dosch, den Lutz Freimann gefangen hatte, eine kleine Sensation.
Als Dorsch bezeichnet man den noch nicht geschlechtsreifen Kabeljau. Sie werden sehr selten über 130 Zentimeter und 40 Kilogramm schwer. Dorsche kommen von Küstennähe bis in Tiefen von 600 Metern vor, und dort fast immer in Grundnähe. Einige der großen 15- bis 25-jährigen Kabeljaue ziehen anscheinend weit hinaus ins offene Meer, um dort Heringe, Makrelen und andere Schwarmfische zu erbeuten. Der Dorsch - in Skandinavien nennt man ihn "Torsk" - scheint wohl der Nationalfisch der Norweger zu sein. Der an der Luft getrocknete Kabeljau wird als Stock- und Klippfisch heute noch als besondere Delikatesse bis nach Süditalien geliefert.
Unter Hobbyfischern gilt das ungeschriebene Gesetz, dass man Dorsche, die kleiner als 40 Zentimeter sind wieder ins Meer zurücksetzt um die Bestände nicht zu gefährden.
Das Bandmaß brauchte der Krumker Lutz Freimann gar nicht erst herausholen. Nach mühevollem Drill konnte er einen kapitalen Dorsch aus dem Mauresund am Reisefjord ins Boot hieven. Wie er gegenüber der AZ sagte, hatte der Dorsch in etwa 80 Metern Tiefe angebissen. 150 Meter Schnur etwa musste Lutz Freimann noch zugeben. Der Fisch wehrte sich so kräftig, dass er sogar das Boot noch drehte. Gut eine Stunde verging bis das Prachtexemplar im Boot war.
Mit 136 Zentimetern Länge und circa 26 Kilogramm Lebendgewicht reiht sich der Fisch mit Lutz Freimann in die norwegische Angelmeisterliste ein. Weitere Exemplare im Fang der Gruppe waren Seewölfe oder Steinbeißer bis 85 Zentimeter, Seelachs um 100 Zentimeter und weitere Dorsche um 100 Zentimeter Länge. Gemeinsam mit zwei Osterburgern und drei Anglern aus Halle hatte er den weiten Weg über 3000 Kilometer bis kurz vor das Nordkap zurückgelegt. Für Lutz Freimann war es der sechste Angelaufenthalt in Norwegen. So einen großen Fang hatte er noch nie.
Na dann weiter Petri Heil!