Den Norwegern ist die Bedeutung sauberer und intakter Gewässer schon sehr früh bewusst geworden. Sie setzen sich international intensiv für den Schutz dieses Lebensraumes ein.
Norwegen fordert z.B. einen Stopp der Transporte radioaktiver Stoffe über das Meer, sichere Seetransporte von Öl, stärkere Kontrollen für alle Einrichtungen auf Schiffen sowie einen konsequenteren Schutz der Fischvorkommen in den Weltmeeren.
Vom Fischjäger zum Fischhüter
Die Aquakultur in Norwegen begann Anfang der 60er-Jahre. Der neu entstandene Wirtschaftszweig bot den Pionieren verlockende Perspektiven: Saisonale Schwankungen wie bei der Fischerei gab es nicht, die Produkte ließen sich kontinuierlich erzeugen. Dazu lockten gute Verdienstmöglichkeiten, denn die Produkte waren gefragt. Schon damals ergänzte die Aquakultur die Fischerei und bot vielen Norwegern gute Beschäftigungsmöglichkeiten.
Fehler und Rückschläge ließen sich nicht vermeiden: unzureichendes Futter, zu dichter Besatz, falsche Platzierung der Gehege. Der Weg zum erfolgreichen Fischfarming war steinig - doch die Züchter gaben nicht auf, im Gegenteil: Sie haben aus ihren Fehlern gelernt und das System des Aquafarmings perfektioniert.
Von Lachszucht und Zuchtlachs
Zu Beginn der Lachszucht in Norwegen wurden aus ca. 30 Gewässern geeignete geschlechtsreife Lachse ausgewählt. Sie und ihre Nachkommen bilden die Grund-lage für die Lachsproduktion unserer Zeit. Die Lachsfamilien werden auf natürliche Weise vermehrt. Das bleibt auch weiterhin so, denn die norwegischen Züchter wollen nicht mit genetisch veränderten Lachsen experimentieren.
Das Fachwissen aus Norwegen hat sich weltweit durchgesetzt. Norwegische Spezialisten beraten heute zahlreiche Betriebe in Europa sowie in Nord- und Südamerika. In der norwegischen Lachsindustrie sind ca. 30 Anlagen mit der Laichproduktion, etwa 300 Betriebe mit der Smoltaufzucht und rund 850 Anlagen mit der Produktion von Lachsen und Forellen im Meer beschäftigt.