Die Fischerei auf den Weltmeeren stößt an ihre Grenzen. Viele der wirtschaftlich genutzten Fischarten werden intensiv gefischt.
Zum Beispiel wurden die Kabeljaubestände der Nord- und Ostsee so stark dezimiert, dass eine kommerzielle Nutzung zurzeit kaum noch möglich ist. Strengere Schutz- und Regulierungsmaßnahmen sind unverzichtbar, um die Bestandssituation dieser Fischarten wieder zu verbessern. Anders ist die Lage in Norwegen, hier sind die meisten Fischbestände nachhaltig verwaltet, die Fanggebiete unterliegen einer rigorosen Kontrolle durch das Fischereidirektorat und die norwegische Küstenwache. Bei den
Anlandungen werden weitere Kontrollen über die Fangmenge und die individuellen Quoten durchgeführt. Das Ressourcenmanagement an Norwegens Küste wird seit Jahrzehnten optimiert, wobei neue Erkenntnisse der Forschung und der täglichen Praxis mit einfließen. Das garantiert eine hohe Sicherheit bei der Befischung der Bestände, so dass auch kommende Generationen noch die natürlichen Ressourcen aus dem Meer nutzen können.
Das ist auch gut so, denn die Nachfrage nach hochwertigen Seafood-Produkten steigt weltweit. Fisch zählt durch den hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu den gesündesten Nahrungsmitteln überhaupt und ist darüber hinaus ein sehr vielseitiges Produkt, das hervorragend schmeckt. Die Fischerei wäre kaum noch in der Lage, den wachsenden Bedarf allein aus „wild" gefangenen Ressourcen zu decken, denn die Nachfrage wächst und das Angebot an wild gefangenem Seefisch kann nicht mehr ausgeweitet werden.
Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt. Die moderne Aquakultur bietet jedoch die Möglichkeit, Fische und Meeresfrüchte bedarfsgerecht zu produzieren. So lässt sich das Angebot der Nachfrage anpassen. Immer öfter landet deshalb gezüchteter Fisch anstelle seiner wild gefangenen Artgenossen auf dem Tisch.
Diese Entwicklung ist weit fortgeschritten: Weltweit ist die Aquakultur der am schnellsten wachsende Bereich der Lebensmittelproduktion. Ende der 80er-Jahre wurden lediglich 2,4 Mio. Tonnen Fische, Muscheln und Krebstiere in Aquakulturen gehalten. 2002 erreichte die Produktion aller in Aquakulturen produzierten Organismen und Pflanzen über 51 Mio. Tonnen - Tendenz weiter steigend.